Mit seiner aktuellen Ausgabe klinkt sich fastforeword in die gegenwärtig auf verschiedenen Feldern der Geistes- und Sozialwissenschaften geführte Raum-Debatte ein. Anna Karla zeigt in ihrem Aufsatz am Beispiel der Pariser fortifications – den militärischen Festungsanlagen der französischen Hauptstadt – auf, wie ein städtischer Raum zu Beginn des 20. Jahrhunderts zur Projektionsfläche städtebaulicher Imaginationen und zum Verhandlungsort widerstreitender Interessen avancierte. Christa Kamleithner diskutiert mit den „neuen Stadtlandschaften“ einen sowohl in baulicher wie auch sozialer Hinsicht neuen Raumtypus, den sie allerdings im Unterschied zu aktuellen Raumbildern und -theorien als genuin historisches – und somit auch kontingentes – Phänomen betrachtet.
Zum thematischen Schwerpunkt dieser Ausgabe trägt auch das Rezensionsforum bei. In ihren kritisch-pointierten Essays setzen sich Anette Schlimm, David Kuchenbuch und Timo Luks aus unterschiedlichen Blickwinkeln mit einigen Argumentationssträngen des jüngst erschienenen Sammelbandes Spatial Turn. Das Raumparadigma in den Kultur- und Sozialwissenschaften auseinander.
Unabhängig vom Themenschwerpunkt bietet die aktuelle Ausgabe auch einen allgemeinen Rezensionsteil, in dessen Rahmen David Kuchenbuch die Habilitationsschrift Im Kino der Humanwissenschaften. Studien zur Medialisierung wissenschaftlichen Wissens des österreichischen Kultur- und Medientheoretikers Ramón Reichert vorstellt.
In der Klassikerrubrik stehen diesmal zwei französische Denker im Mittelpunkt. Dabei präsentiert Dirk Thomaschke zentrale Motive des Werks Jean Baudrillards, die dazu anregen sollen, sich auf die Lektüre des 2007 verstorbenen Medientheoretikers einzulassen. Keine uneingeschränkte Lektüreempfehlung vermag hingegen Andreas Schneider angesichts des wissenschaftsgeschichtlichen Werkes Die Bildung des wissenschaftlichen Geistes von Gaston Bachelard aussprechen. Zu sehr erscheint ihm dieser Philosoph, der etwa auf das Werk Michel Foucaults durchaus Einfluss ausgeübt hat, angesichts seiner Fortschrittsemphase und seinem androzentrischen Weltbild in den Denkkategorien der Klassischen Moderne verhaftet.
Darüber hinaus enthält diese Ausgabe Jochen Mayers Tagungsbericht zu der im September 2008 in Berlin abgehaltenen Konferenz Menschen – Zahlen – Transformationen: Verdatung des Organischen. Neben einem knapp gehaltenen Bericht, der die Essentials der Tagung rekapituliert, können interessierte Leser und Leserinnen mit einem Klick die Sektionsberichte en détail zur Kenntnis nehmen. Damit erweitert fastforeword sein Textspektrum um ein spannendes und informatives Genre: Auch in Zukunft soll in diesem Rahmen innovativen und reizvollen Veranstaltungen gebührender Raum zur Verfügung gestellt werden.
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