Rezensionsforum Spatial Turn. Das Raumparadigma in den Kultur- und Sozialwissenschaften

fastforeword will diskutieren. Da die aktuelle Ausgabe des Magazins den Raum zum Thema hat, bot es sich an eine wichtige Neuerscheinung zur kultur- und sozialwissenschaftlichen Thematisierung von ‚Raum’ zur Diskussion zu stellen. Es handelt sich dabei um den von Jörg Döring und Tristan Thielmann herausgegebenen Band Spatial Turn. Das Raumparadigma in den Kultur- und Sozialwissenschaften (Bielefeld: transcript 2008; ISBN 978-3-89942-683-0; 456 S.; € 29,80).

Statt einer kurzen, informativen, vorsichtig evaluierenden Rezension hat sich die Redaktion von fastforeword zur Einrichtung eines Rezensionsforums entschieden. Geboten werden drei Essays, die wichtige thematische Stränge des Buchs herausarbeiten, einem kritischen Blick unterziehen und mit polemischen Spitzen begegnen. Die Vielfältigkeit des Bandes wird bewusst nicht in allen Facetten und Verästelungen abgebildet, wohl aber die zentralen Argumentationslinien, Eck- und Stützpfeiler des Raumparadigmas in seiner kultur- und sozialwissenschaftlichen Ausprägung.

Anette Schlimm diskutiert die wiederholten Verweise auf und Bekräftigungen der Globalisierungen innerhalb des spatial turn u.a. als Legitimationsstrategien, denen freilich immer mehr die Fähigkeit abhanden zu kommen scheint, die ‚Realität’ der vorausgesetzten Entwicklungen und ihrer Dimensionen kritisch in Frage zu stellen. David Kuchenbuch regt eine Methodendiskussion an und bemerkt, dass eine Auseinandersetzung mit Raum und Raumbegriff zunächst einmal die Frage nach Nutzen und Nachteil dieser oder jener Methode aufwerfe. Timo Luks problematisiert die inter- und transdisziplinären Ansprüche, die die Diskussionen um den spatial turn von Anfang an wesentlich mitstrukturierten und mitstrukturieren.

Warum eigentlich Raum? Oder: Skepsis angesichts eines Globalisierungs-Determinismus

Von Anette Schlimm

„Raum“ wird als neuer wissenschaftlicher Kniff gefeiert. Der spatial turn scheint angetreten zu sein, um endgültig „Zeit“ als Leitkategorie sozialwissenschaftlichen Denkens abzulösen. Denn „unter den Bedingungen der Globalisierung“ zeigten Fortschritts- und Entwicklungsparadigmata, die erst über die Zeit als grundlegende Kategorie ihre Logik entfalteten, Ermüdungserscheinungen. An ihre Stelle müsse etwas anderes treten, so der Klappentext der Anthologie, die von Jörg Döring und Tristan Thielmann herausgegeben wurde.

In diese Richtung geht auch der Aufsatz von Markus Schroer, der die „Relevanz des Raums als soziologischer Kategorie“ beschwört. Derzeit seien solch grundsätzliche gesellschaftliche Umbrüche zu beobachten, dass das Thema Raum „unweigerlich auf die Tagesordnung“ gesetzt werde (S. 126f.). Um dem „Raum“ seinen ihm angemessenen Stellenwert in der Soziologie zu verschaffen, sei es notwendig, die grundlegenden Raumbegriffe zu erläutern sowie die vermeintlichen Alternativen und Dichotomien (beispielsweise „Behälterraum“ vs. „sozialer Raum“) miteinander zu versöhnen. Zunächst jedoch kontrastiert er die beiden grundsätzlichen Auffassungen der Raumdiskussion miteinander. Ist der Raum (in der Moderne) „verschwunden“ oder könne vielmehr von einer Wiederkehr des Raumes (in der Postmoderne) gesprochen werden? Das vermeintliche „Verschwinden des Raums“, so Schroer, sei zumeist nichts anderes als die (Über-)Betonung der Zeit in der soziologischen Theorie. Modernisierungs- und Beschleunigungstheorien basieren auf der Grundannahme, dass durch Entwicklungen im technischen Bereich, in Transport und Kommunikation, die räumliche Entfernung an Bedeutung verloren habe (S. 129). In den gegenwärtigen Globalisierungstheorien hingegen werde die Ökonomie, „der eine Unabhängigkeit vom Raum bescheinigt wird“, absolut gesetzt, so dass man sich vom Raum getrost verabschieden könne.

In der postmodernen Theoriebildung findet Schroer hingegen Belege dafür, dass der Raum wieder wichtiger werde und entwickelt daraus flugs ein neues Entwicklungsmodell: Während es „in der Tat […] in der soziokulturellen Evolution Hinweise darauf“ gebe, dass in vormodernen Gesellschaften Raum, in modernen Gesellschaften Zeit die dominante Leitkategorie gewesen sei, deute „[i]n der Postmoderne nun […] vieles darauf hin, dass wir es mit einer erneuten Dominanz des Raumes zu tun bekommen“ (S. 130). Allerdings müsse man von einer Hervorbringung neuer, pluraler Räume in Zeiten der Globalisierung ausgehen. Schnell findet Schroer Beispiele dafür: „Wirtschaftsunternehmen streiten über den angemessenen Standort ihrer Produktionsanlagen, Regierungen von Staaten und Städten heben die besondere Tauglichkeit ihres Standorts hervor, so dass Orte in einen Wettbewerb treten, der den Blick für deren jeweilige Besonderheiten schärft.“ (S. 131) Insgesamt kommt Schroer zu dem Schluss, die Soziologie müsse sich der Herausforderung des Raumes stellen. Zum einen sei dies notwendig, weil ein „offensichtliche[s] Bedürfnis nach dem Konkreten und Greifbaren“ bestehe, das von der Soziologie ernst genommen werden müsse (S. 144), zum anderen handele die Globalisierung insgesamt doch von nichts anderem als von den „räumlichen Organisationsformen sozialer Beziehungen“ (S. 145), wie er es mit den Worten Berkings beschreibt.

Auch der Historiker Matthias Middell stellt den Zusammenhang von „Globalisierung“ und spatial turn heraus, wenn auch deutlich verhaltener als Schroer. Middell geht es eher darum, die Relevanz geschichtswissenschaftlicher Beiträge zur Globalisierungsdebatte herauszustellen als die Beschreibung realer Zustände zu verbessern. Die Geschichtswissenschaft sei gerade aufgrund ihres besonderen ‚Talents’, „der kontrollierten Historisierung jeder Art von Neuerung“ (S. 108), besonders dazu in der Lage, die historische Dimension des Globalisierungsprozesses herauszustellen und somit auch die Vergänglichkeit von Raumordnungsmustern und Territorialitätsregimen zu betonen. In der „gegenwärtigen Neusegmentierung der Welt“ müssten entsprechend Raumbezüge als Produkte wie als Effekte menschlichen Handelns besonders beachtet werden (S. 120).

Beiden Ansätzen ist eins gemeinsam: Sie gehen davon aus, dass markante Veränderungen stattgefunden haben bzw. derzeit stattfinden. Darauf müsse man reagieren, seine Erkenntnismethoden bzw. Erkenntnisgegenstände ändern und so die wissenschaftliche Praxis wieder adäquat gestalten. Die Veränderungen, die beobachtet werden, werden in erster Linie als externe Prozesse beschrieben, als Veränderungen, die nicht steuerbar erscheinen und in ihren Auswirkungen alle anderen Prozesse ihrer Logik unterwerfen. Kurz: Die Globalisierung ist es, die den spatial turn notwendig macht und die Leitkategorie „Zeit“ in den Ruhestand befördert. Was ist daran das Problem? Eigentlich nichts – so lange man die „große Erzählung“ Globalisierung als angemessene Weltdeutung akzeptiert. Ein anonymer Prozess hat die Vorherrschaft übernommen, jetzt gilt es, sich ihm anzupassen, um nicht unter die Räder zu geraten.

Eine andere Rolle spielen solche Deutungsmuster wie die „Globalisierung“ in Niels Werbers Aufsatz zur „Geo-Semantik der Netzwerkgesellschaft“. Denn ihm geht es nicht in erster Linie um eine (kaum beobachtbare) Realität, sondern um die Modi, wie Gesellschaften sich selbst beschreiben, und welche Plausibilität sie damit erreichen. Dabei geht es ihm durchaus nicht nur um reine Gedankenspielereien, sondern eben um die Wirkmächtigkeit von Selbstbeschreibung für gesellschaftliche Prozesse. So weist er (meiner Meinung nach mit Recht) darauf hin, dass Selbstbeschreibungsformeln wie „Netzwerkgesellschaft“ oder „Informationsgesellschaft“ beanspruchen, das „Typische der Gesellschaft zu repräsentieren“ (S. 167) und damit keineswegs folgenlos bleiben. Dirk Baecker habe beispielsweise mit seiner Beschreibung der Gesellschaft auf dem Weg in die „Netzwerkgesellschaft“ die „Fähigkeit zur Verantwortungsübernahme“ zur wichtigsten gesellschaftlichen Ressource gemacht – nicht nur einfach in irgendeinem Text. Denn wenn dieser Modus der Gesellschaftsbeschreibung nicht nur im Rahmen des geschriebenen Buches, sondern auch beispielsweise in den Massenmedien, in Lehre und Forschung oder in der Politik ausreichend Plausibilität erringe, „würde sich nicht nur unsere Vorstellung von dem ändern, was unsere Gesellschaft als Gesellschaft ausmacht, sondern auch die Gesellschaft selbst hätte sich gewandelt“ (S. 169).

Diese Wirkmächtigkeit wissenschaftlicher Weltdeutungen ist ein meiner Meinung nach wichtiger Punkt. Die Performativität dessen, was man zum Modell erhebt, sollte man schon beachten. Ich gehe in meiner Kritik, vor allem an Schroer, aber auch partiell an Middell, noch ein Stück weiter: Die Manie, die Notwendigkeit des spatial turn aus sich wandelnden gesellschaftlichen Realitäten, für die die viel beschworene Globalisierung nur ein Beispiel ist, herzuleiten, hat noch einen weiteren Effekt. Man gibt damit zugleich auch die Möglichkeit der Kritik auf. Zwar kann man mit der Floskel, in einer globalisierten Welt sei eine raumsensitive Gesellschaftswissenschaft notwendig, sicher Drittmittel akquirieren. Wenn man gleichzeitig aber die „Globalisierung“ als gesetzte Wirklichkeit manifestiert, sie zur Grundlage, zum unhinterfragbaren Axiom des eigenen wissenschaftlichen Tuns macht, nimmt man sich zugleich die Möglichkeit, das Reden von der Globalisierung zu beunruhigen, seiner Gewissheiten zu berauben. Dann hätte man zwar vielleicht ausreichend wirtschaftliche Ressourcen zum Forschen gewonnen, die gesellschaftliche und politische Handlungsfähigkeit aber verloren. Schade.

Raum und Geschichte – eine Methodenfrage!

Von David Kuchenbuch

Raum und Geschichte sind Gegenstand dreier Aufsätze, die mit den Begriffen nicht unterschiedlicher umgehen könnten. Was steht hier zur Debatte? Das Verhältnis von Zeitlichkeit und, sagen wir, Territorialität? Die Historizität des Raumverständnisses von Historikern? Die Historizität ihrer Verortungen zwischen nationaler scientific community und globalisierter Wissenschaftswelt? Oder der Einfluss historischer Operationalisierungen von Raum auf räumliche Prozesse? Das Thema des Sammelbands ist der Raum, nicht die Geschichte. Offenbar sind also hier Historiker aufgefordert worden, etwas zur Bedeutung des Raums für die Geschichtswissenschaft zu sagen.

Matthias Middell tut genau das. Er befasst sich gar nicht erst mit der Frage, was denn nun der Raum für ein Ding ist, sondern nimmt das erneuerte Interesse der Geschichtswissenschaft in den Blick. Das Fach, so seine Erklärung, sei „verunsichert“ (S. 104) von innerdisziplinären Methodenkontroversen (etwa der Kritik an den Metaerzählungen und dem so genannten cultural turn), die wiederum durch außerdisziplinäre Entwicklungen wie den europäischen Einigungsprozess und die zunehmende globale Vernetzung befeuert würden. Für Middell können neben der disziplinären Entwicklungslogik also räumliche Prozesse wie die Globalisierung den Wandel disziplinärer Raumverständnisse verursachen. Unklar bleibt dann aber, auf welcher Ebene der Globalisierungsprozess selbst historisch anzusiedeln ist. Offenbar ist dies ein Vorgang, der außerhalb spezifischer historischer Raumwahrnehmungen stattfindet. Was ist dann Raum? Bei Middell findet sich implizit einer der vielgescholtenen Containerräume (Löw). Es ist der „planetarische Zusammenhang“ (S. 107), über dessen Größe sich die Geschichtswissenschaft unter wissenschaftspolitischem Druck offenbar erstmals bewusst wird, um ihn als global history zu bewältigen. Middell stellt plausibel die Verzahnung disziplinärer und populärer Raumdiskurse dar. Er trägt aber mehr zur Kontextualisierung der jüngeren Geschichte der Geschichtswissenschaft bei als beispielsweise zur „Untersuchung der Verräumlichung als performative[m] Akt der Schaffung von Distanzen und Reziprozitätsverdichtungen“ (S. 112).

Anders Eric Piltz. Stärker als Middell verortet er sich innerhalb des spatial turn. Piltz beschäftigt sich mit Fernand Braudels berühmter Studie zum Mittelmeerraum. Er untersucht Braudels raumanalytisches Instrumentarium, also Aspekte wie den geographischen Zuschnitt des Untersuchungsgegenstands „Mittelmeerraum“, seine Überlegungen zum determinierenden Einfluss der Topographie auf den historischen Ereignisverlauf usw. Piltz arbeitet dabei vor allem Braudels ambivalentes Raumverständnis heraus. Ist der Raum Metapher oder Ort, Explanans oder Explanandum? Piltz will Braudels Zugang zum „Raum“ evaluieren. Er kommt, und da hilft auch die Würdigung seiner „inspirative[n] Kraft“ (S. 96) nichts, zu dem Ergebnis, er sei wenig brauchbar. Klar weist Piltz sich im ersten Teil seines Aufsatzes als Kenner der raumtheoretischen Diskussionen in der Geschichtswissenschaft aus. Was er aber dann untersucht, ist ganz konkret die Narrativierung des Raums in einem historischen Text. Piltz befasst sich mit „spatial stories“, „räumelnden Metaphern“ und „Raumbildern“, mit dem Raum als „Beschreibunsgkategorie“ und „Zuschreibungsbegriff“ (S. 79f.). Er stellt also hier, anders als er suggeriert, nicht die Bedeutung Braudels als Pate neuer historiographischer Zugänge zum Raum zur Debatte. Vielmehr rückt er die textuelle Konstituierung von Raum bei Braudel ins Zentrum der Analyse. Dabei fehlt es ihm leider an einer Methode zur Historisierung der Braudel’schen Sprache. Piltz’ Aufsatz überzeugt vor allem dort, wo er gewissermaßen genuin historisch argumentiert, Braudels Interesse am Raum sei dem Stellenwert der Geographie in der französischen Historikerausbildung seiner Zeit zu verorten. Diese verschränkte nämlich stark die Deutungsmuster „Nation“ und Raum. Nun gelingt es Piltz aber nicht, die spezifischen Problematisierungsprämissen, die diese Koppelung hervorrief, auf Braudels Erzählen anzuwenden. Hier hätte eine wissenssoziologische Fragestellung mehr gebracht, die die diskursive Verfasstheit von Braudels „geographischen Lektüren“ beleuchtet.

Die Aufsätze Middells und Piltz’ zeigen: Die Rede vom Raum in der Geschichtswissenschaft muss sich als Methodenfrage reflektieren. Und das heißt auch, dass die konstruktivistischen „Verunsicherungen“, die für Middell ursächlich für das erneuerte Interesse am Raum sind, produktiv genutzt werden müssen. Denn die Historiographie hat weder zum physischen noch zum imaginären Raum direkt Zugang. Sie kann nicht hinter die Raumrepräsentationen in ihren Quellen blicken. Entweder setzt sie aus forschungspragmatischen Gründen „räumliche“, also in der Regel territoriale Entitäten voraus, etwa im Sinne einer vergleichenden National- oder Regionalgeschichte, bzw. einer transferanalytischen Herangehensweise oder histoire croisée, die Anverwandlungsprozesse zwischen bestimmten Entitäten oder deren Vermischungsformen beleuchtet. Dann muss klar bekannt werden, dass es um Konstrukte mit ausgesprochen labilen Grenzen geht, die sich allenfalls durch die wissenschaftliche Klassifikationsleistung in den Quellen abbilden. Oder es muss der Raum als Erkenntniskategorie ganz zurück gewiesen werden (das scheint die implizite Tendenz der global history zu sein, wie sie Middell versteht) und/oder eine Beschäftigung eben nicht mit dem Raum, sondern mit historischen, d.h. diskursiven oder epistemischen Raumrepräsentationen, die immer medial vermittelt sind, eingeleitet werden. Dann gilt es aber weniger, die raumtheoretische Fundierung der Geschichtswissenschaft zu intensivieren, als vielmehr den Umgang mit den überlieferten historischen Dispositiven zu überdenken, die Raum medialisieren – etwa durch ein wissenssoziologisches, medien- und sprachwissenschaftliches Instrumentarium.

Jörg Dünne, seines Zeichens Literaturwissenschaftler und durch die Edition raumtheoretischer Grundlagentexte verdient ums Thema, demonstriert dies. Sehr genau setzt er auseinander, dass und wie Raum medial vermittelt ist, und wie sich verändernde Repräsentationstechniken Raumauffassungen präfigurieren, die wiederum spezifische machtdurchwirkte Praktiken hervorrufen. Dünne untersucht nämlich die „Karte“ als „medienhistorische Möglichkeitsbedingung für kulturelle Topographien“ (S. 49) in der frühen Neuzeit. Er zeigt, wie das mapping als historische Plausibilisierungstechnik eine „Aufforderung zur imaginierenden Aktualisierung“ (S. 60) des repräsentierten Raums im Mediengebrauch transportierte. Die kartographische Imagination, so Dünne, strukturierte die Regierungsrationalität der frühen Neuzeit. Die operationale „Inbezugsetzung von Karte und Territorium“ (S. 66) ermöglichte und objektivierte Raumvorstellungen, die im Kolonialismus wirkmächtig wurden – etwa die Adressierungsform „Territorialität“.

Meines Erachtens zeigt Dünnes Analyse, dass uns die Inbeziehungsetzung von Geschichtswissenschaft und Raumbegriff vor allem für methodische Potentiale sensibilisieren kann. Wenn wir uns bewusst machen, dass wir im Raum die Zeit lesen (Schlögel), dann sollte uns dieses „Lesen“ selbst interessieren.


(Un-)diszipliniertes Wissen? Grenzstreitigkeiten im spatial turn

Von Timo Luks

Diszipliniertes Wissen ist nicht mehr chic. Inzwischen muss man schon trans-, zumindest aber interdisziplinär arbeiten. Die in weiten Teilen des Wissenschaftsbetriebs institutionalisierte Disziplinarität ist längst durch Clusterbildung und Exzellenzrhetorik mit einem neuen Überbau versorgt worden, der die disziplinäre Basis samt ihrer Grenzziehungen zum mehr oder weniger musealen Lehrstück zu machen scheint. Wissenschaftspolitische und -strategische Impulse verbinden sich mit als avanciert geltender Methodik, die in programmatisch-forderndem Jargon intoniert wird. Erkenntnis- und wissenschaftstheoretische Erhabenheit in Verbindung mit wissenschaftspolitischem und -strategischem Rückenwind begründen eine diskursive Hegemonie des Inter- bzw. Transdisziplinären, die in Richtung einer Restrukturierung der Wissensproduktion wirkt. Wesentliches Merkmal dieser Restrukturierung ist die Privilegierung eines thematisch-problemorientierten Zugriffs, in dessen Folge Wissensbestände neu gruppiert werden. Alte Grenzziehungen werden zugunsten neuer überwunden, alte Verbindungen werden zugunsten neuer gekappt. Die sich häufenden turns zeigen derartige Anläufe immer wieder markant an. Als klassisches Beispiel mag die Etablierung des wissenschaftlichen Feminismus, in der akademischen Form der Geschlechterstudien gelten. Sabine Hark hat das unlängst in einer sehr schönen Studie herausgearbeitet. Hark (2005: 335) weist auf den Zusammenhang disziplinbildender und disziplinierender Praktiken hin, der mehrere Dimensionen umfasst: „die Professionalisierung des Wissens, die subjektivierende Sozialisation der WissensproduzentInnen sowie die akademische Konventionalisierung der Wissensproduktion.“ Dieser Zusammenhang kennzeichne auch die Frauen- und Geschlechterforschung, gleichwohl diese sich immer als im doppelten Sinn „undiszipliniert“ verstand – „was sich in deren Diskurs wahlweise übersetzen lässt mit ‚inter-, trans-, cross-, anti- oder multidisziplinär’, mit ‚innovativ’, ‚kritisch’, oder ‚reflexiv’ usw.“ (ebd.: 336). Dem Wertekanon, der hier mit einer bestimmten methodischen Ausrichtung verbunden wird, kann schon deshalb nicht widersprochen werden, weil niemand bereit sein wird, von sich und seiner wissenschaftlichen Arbeit das Gegenteil zu behaupten. Wenn erst eine Sprache etabliert ist, in der Disziplinen als „erkenntnisbornierend und innovationsresistent, als Fossil einer überlebten Produktionsweise von Wissen und demgemäß als stumpfe Werkzeuge [gelten], mit denen die aktuellen Herausforderungen einer globalisierten Welt nicht zu bestehen sind“ (ebd.: 364), dann führt das fast zwangsläufig zu entsprechenden Bekenntnissen, programmatischen Forderungen und neuen Leistungs-, Evaluations- und Lenkungskriterien.

Die skizzierten Zusammenhänge sind durchaus aufschlussreich, wenn es darum geht, jene Grenzstreitigkeiten zwischen Geographie und Kultur- bzw. Sozialwissenschaften in den Blick zu nehmen, die in den Texten von Gerhard Hard, Marc Redepenning und Benno Werlen als geographische Kritik ‚räumelnder’ Kultur- und Sozialwissenschaften ausgefochten werden. Den genannten Beiträgen kommt damit eine – von den Herausgebern des Bandes klar benannte – Funktion zu: die notwendige, bisher aber unterbliebene Beteiligung der Geographie an den neuen Raumdebatten sicherzustellen. Darin zeigt sich die Hoffnung, alle für die Etablierung eines inter- bzw. transdisziplinären Forschungsfeldes (Wie weit ist es vom spatial turn zu Spatial Studies?) relevanten Wissensbestände präsent machen und integrieren zu können.

Doch genau hier beginnt das Problem. Es beginnt, weil sich die Geographen zunächst einmal nicht die Frage stellen, was man zum spatial turn der Kultur- und Sozialwissenschaftler beitragen könne, sondern vielmehr Sinn und Zweck des ganzen Unterfangens im Wortsinn fragwürdig werden. „Aus der Sicht eines Geographen“, so Marc Redepenning (S. 317f.), sei die Feststellung eines spatial turn „ein nicht gänzlich ungewichtiger Anlass, hellhörig zu werden – und dies mindestens in doppelter Hinsicht: Zum einen erlebt der Geograph ein inhaltliches déjà vu. Denn die Grobfahrrichtung dessen, was heute als spatial turn bezeichnet wird, weist in Richtung der Forderung nach dem (Wieder-)Einbau räumlicher Diffferenzierungen in die Gesellschaftstheorie. Space makes a difference war die entsprechende Formel, die angelsächsische Geographen bereits in den 1980er Jahren geprägt hatten, um die Möglichkeit aufzuzeigen, über den Raumbegriff der forcierten gesellschaftlichen Differenzierung Rechnung zu tragen. Zum anderen wird dem Geographen eine wissenschaftsstrategische Lektion erteilt: So muss man mit Erstaunen registrieren, mit welcher Selbstverständlichkeit der spatial turn als Neuentdeckung außerhalb der Geographie gefeiert wird und ihre Forschungsergebnisse über den Sinn und Unsinn von raumbezogenem und regionalistischem Denken [...] unbeachtet bleiben.“

Zweierlei rücken die hier diskutierten Aufsätze in den Mittelpunkt: Erstens zielen sie mit geographiehistorischer und raumtheoretischer Autorität auf den Nachweis, dass der ontologische Status von Raum in den Kultur- und Sozialwissenschaften fundamental unklar bleibe, mehr noch: dass de facto trotz der vordergründig sozialkonstruktivistischen Rhetorik eine Re-Ontologisierung des Raums stattfinde. Zweitens wird der Versuch unternommen, Forschungsprogramme, Themen und Fragen zu skizzieren, die den am Raum interessierten Kultur- und Sozialwissenschaften ‚angemessener’ wären. An genau diesem Punkt, der das Umschlagen geographisch fundierter Kritik in den Versuch der Geographen markiert, Beiträge und Anregungen für kultur- und sozialwissenschaftliche Forschung zu leisten, begegnen Hard, Redepenning und Werlen jedoch spiegelbildlich ihrer eigenen Kritik, ohne das jedoch in den Blick zu bekommen. Das liegt daran, dass der Modus ihrer Kritik grundsätzlich jeden interdisziplinären Rezeptions- und Adaptionsprozess als prekär ausweist. Wer die Kultur- und Sozialwissenschaften geographisch aufklären will und das auf der Grundlage eines Verständnisses von Geographie als Sozialwissenschaft tut, bewegt sich also ebenfalls auf unsicherem Boden.

Gerhard Hard eröffnet das Grenzziehungsspiel mit einem äußerst lesenswerten Text, der eine Polemik im besten Sinn des Wortes darstellt. Polemische Schärfe dient hier der Präzisierung der Argumente, macht Fragen und Probleme sichtbar. Hard (S. 263f.) spielt zunächst die Karte persönlicher Erfahrung: „Meine erste Erfahrung mit dem spatial turn (so, wie er in den Sozial-, Kultur-, Literatur- und Medienwissenschaften erscheint) war eine Art von intellektuellem Schwindelgefühl. […] Der Signifikant Raum und seine Derivate schienen von irreduzibler Polysemie, ja Homonymie befallen zu sein, wobei doch fast alle Autoren vorgaben, mehr oder weniger von der gleichen Sache, nämlich über den Raum zu reden. […] Der begriffliche Inhalt von Raum blieb oft schlechthin opak. […] Gleichzeitig aber führte der Ausdruck Raum bei aller sonstigen Undeutlichkeit doch fast immer sehr deutliche Konnotationen von hoher wissenschaftlicher, gesellschaftlicher und ontischer Bedeutsamkeit mit.“ Hard erinnert nach der Schilderung seiner Irritationserfahrung daran, dass bereits die klassische Geographie Raum als auf den Menschen bezogenen „Eignungs-, Aneignungsraum, Anregungsraum und Ressourcenraum“ gedacht habe; dass sie sich spätestens seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts von der Vorstellung verabschiedet habe, es gebe „einfach irgendwo, z.B. ‚außerhalb der Gesellschaft’, Raum oder Räume […], von denen man Karten, Texte etc. machen kann“ (S. 289). Warum also müsse man immer noch oder schon wieder „altgeographische Trivialitäten“ verkünden – „z.B. dass sich ‚das Soziale’, ‚die Gesellschaft’, ‚soziale Ungleichheit’ etc. ‚in den Raum einschreiben’, ‚sich im Raum ausdrücken’ und so weiter und so fort? Was immer dann mit Raum gemeint sein mag: ‚Soziale Ungleichheit’ zum Beispiel ‚schreibt sich’ trivialerweise auch in Haare und Hosen, Schuhe und Schlipse, Farben und Luxwerte, Geräusche und Gerüche, Temperaturen und Gewichte, in Steine, Pflanzen und Tiere, selbst in Mikroben und Viren ein, kurz, in so gut wie alles, und das bekanntlich oft viel informationsreicher, eindrucks- und wirkungsvoller als z.B. in ‚räumliche Distanzen’, ‚räumliche Strukturen’ oder Landschaftsbilder. […] Die Inflation von Raum beruht wohl auch darauf, dass diese anmutungsreiche Vokabel noch in die trivialsten Trivialitäten eine pompöse (Viel-)Bedeutsamkeit hineinzuraunen vermag“ (S. 290f.). Dass Unbelesenheit Neuentdeckungen fördert, mag ärgerlich sein, aber es kommt vor. Problematisch ist hier etwas anderes: Die kultur- und sozialwissenschaftliche Reaktualisierung geographischer Traditionsbestände habe (das wird den ‚räumelnden’ Kultur- und Sozialwissenschaften in jedem Aufsatz bescheinigt) eine mangelnde Klärung des ontologischen Status von Raum und – schlimmer noch – eine Re-Ontologisierung des Raums zur Folge. „[D]ie Rede vom Raum“ verstricke sich „in eine traditionelle geographische Verräumlichung des Gesellschaftlichen bzw. in ein raumwissenschaftlich geprägtes geographisches Weltbild. [...] Das gängige Verständnis des spatial turn basiert zu einem beachtlichen Teil auf der Vorstellung, dass es einen Raum an sich gibt, auf dem dann Sozial- und Kulturtheorien aufgebaut werden können, ohne der Tatsache Rechnung zu tragen, dass Raum an sich selbst ein theoretisches Konstrukt ist“ (Werlen, S. 369f.). Eine neue Ontologisierung des Raums zeige sich nicht zuletzt darin, dass in raumsoziologischen Überlegungen z.B. Martina Löws „fundamental unklar“ bleibe, wie sich Raum und soziale Systeme zueinander verhielten. Was, so fragt Gerhard Hard an diesem prominenten Beispiel, unterscheide eigentlich eine Party vom Partyraum? Und darüber hinaus: Wäre es nicht reizvoller und letztlich auch produktiver, Partykommunikation zu fokussieren, deren Bestandteil auch der Partyraum sein könne?

Die letzten kritischen Fragen lassen sich als Ausgangspunkt für eine Reihe geographischer Vorschläge begreifen, das Forschungsprogramm rauminteressierter Kultur- und Sozialwissenschaften zu reformulieren. Das mutet durchaus merkwürdig an. Schließlich versuchen hier Geographen, die, sollte man sagen: ihren social turn in einer Zeit verinnerlichten, als die Sozialwissenschaften on the top waren, nun SoziologInnen zu erläutern, womit Soziologie sich doch bitte zu beschäftigen habe. Alle – durchaus zu Recht formulierten – Einwände der Geographen gegenüber ihren ‚räumelnden’ KollegInnen wirken nun unmittelbar zurück. Es werden die gleichen Probleme sichtbar, wenn z.B. Bruno Werlen (S. 365f.) eine Konzentration auf die Frage einfordert, „welche Bedeutung räumliche Bezüge des Handelns für die Konstitution sozial-kultureller Wirklichkeiten aufweisen“, für ‚Lebenswelten’ also, wie auch Gerhard Hard mit explizitem Verweis auf Alfred Schütz betont. Nun mag dem Geographen diese Forderung durchaus als Quintessenz der Soziologie erscheinen, eine erhebliche Zahl an SoziologInnen würde es allerdings ebenso freundlich wie bestimmt ablehnen, auf ein unverkennbar sozialphänomenologisches Programm festgelegt zu werden. Auch die Soziologie verfügt über komplexe, umstrittene Wissensbestände. Auch aus ihrem begrifflichen und theoretischen Arsenal lässt sich nicht beliebig (zumindest nicht widerspruchsfrei) dieses oder jenes herausgreifen und als disziplinäres Kernstück behaupten. Das gilt in gleicher Weise für die wiederkehrende Forderung, man möge doch die Finger vom materiellen Raum lassen und sich der wichtigeren (und: kultur- und sozialwissenschaftlicheren?) Frage nach Raumsemantiken widmen. Es irritiere schon, so Hard (S. 304), dass die Kultur- und Sozialwissenschaften eine Fokussierung „wirklicher materieller Raume“ forcierten, wo gemäß ihrer Fachtradition eine Beschäftigung mit Raumkommunikation näher liege. (Hier hätte Belesenheit davor geschützt, materialistische Perspektiven z.B. in der Soziologie als etwas Erstaunliches zu betrachten.) Es sei bedauerlich, so auch Marc Redepenning (S. 335), dass gerade jenen Arbeiten, die unter dem Label spatial turn fungieren, die Möglichkeit abhanden gekommen sei, „Raum als eine Selbstbeschreibung der Gesellschaft durch die Gesellschaft selbst (als eine raumbezogene Semantik) zu sehen und so die eben skizzierte Beobachtungsumstellung [d.i. auf Raum, TL] selbst genauer in Blick zu nehmen.“ Das alles klingt gut und ist durchaus interessant. Mit Raumsoziologie hat es freilich nicht mehr viel zu tun. Vielmehr mit der Benennung eines Themas für das Forschungsfeld der historischen Semantik. ‚Raum’ rückt damit aber in ein neues Beziehungsgeflecht. Er wird zu einem Forschungsgegenstand unter vielen – als Thema kontingent, austauschbar und nur insofern interessant, als dass Raumsemantiken Aufschluss geben über den komplizierten Zusammenhang von Gesellschaftsstruktur und Semantik. Die geographische Forderung nach Beschäftigung mit Raumsemantiken bei gleichzeitiger Suspendierung materialistischer Perspektiven trennt Gesellschaftsstruktur und Semantik allerdings von vornherein und gibt damit ein letztlich zu geringes gesellschaftstheoretisches Problembewusstsein zu erkennen.

Die vorangegangenen Einwände sind ihrer formalen Struktur nach natürlich als Retourkutsche lesbar. In argumentativer Hinsicht sollte jedoch deutlich werden, dass es in konkreten Auseinandersetzungen um Inter- und Transdisziplinarität vergebliche Liebesmüh ist, die Rezeption z.B. originär geographischer Fragen, Themen und Probleme in kultur- und sozialwissenschaftlichen Kontexten steuern zu wollen. Interdisziplinäre Rezeption und Adaption ist strukturell ungerecht, anmaßend usw. Was wäre – angesichts der beachtlichen Dynamik disziplinierten Wissens durch Rezeption und Adaption – auch gewonnen, wenn SoziologInnen mit dem Raum und GeographInnen mit dem Sozialen so umgingen, wie die jeweils ‚zuständige’ Disziplin es bereits tut oder gern hätte?

Literatur

Baecker, Dirk (2005): Form und Formen der Kommunikation, Frankfurt/M.: Suhrkamp.
Berking, Helmuth (2006): Raumtheoretische Paradoxien im Globalisierungsdiskurs, in: ders. (Hg.): Die Macht des Lokalen in einer Welt ohne Grenzen, Frankfurt/M. u. New York: Campus, S. 7-22.
Döring, Jörg/Thielmann, Tristan (Hg.) (2008): Spatial Turn. Das Raumparadigma in den Kultur- und Sozialwissenschaften, Bielefeld: transcript.

Darin:
Dünne, Jörg: Die Karte als Operations- und Imaginationsmatrix. Zur Geschichte eines Raummediums, S. 49-69.
Hard, Gerhard: Der Spatial Turn von der Geographie her beobachtet, S. 263-316.
Middell, Matthias: Der Spatial Turn und das Interesse an der Globalisierung in der Geschichtswissenschaft, S. 103-123.
Piltz, Eric: „Trägheit des Raums“. Fernand Braudel und die Spatial Stories der Geschichtswissenschaft, S. 75-102.
Redepenning, Marc: Eine selbst erzeugte Überraschung. Zur Renaissance von Raum als Selbstbeschreibungsformel der Gesellschaft, S. 317-340.
Schroer, Markus: ‚Bringing space back in’ – Zur Relevanz des Raums als soziologischer Kategorie, S. 125-148.
Werber, Niels: Die Geo-Semantik der Netzwerkgesellschaft, S. 165-183.
Werlen, Benno: Körper, Raum und mediale Repräsentation, S. 365-392. 

Dünne, Jörg/Günzel, Stephan (Hg.) (2006): Raumtheorie. Grundlagentexte aus Philosophie und Kulturwissenschaften, Frankfurt/M.: Suhrkamp.
Hark, Sabine (2005): Dissidente Partizipation. Eine Diskursgeschichte des Feminismus, Frankfurt/M.: Suhrkamp.

Zu den AutorInnen:

David Kuchenbuch M.A., Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Ge-schichte, Universität Oldenburg. Studium der Skandinavistik und der Neueren und Neuesten Geschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin und an Stockholms Universitet. Forschungsschwerpunkt: Schwedische und Deutsche Kulturgeschichte des 20. Jahrhunderts.

Timo Luks ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Geschichte der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg. Seine Dissertation beschäftigt sich mit dem Verhältnis von Industriearbeit und Gesellschaftsordnung in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Anette Schlimm ist wissenschaftliche Mitarbeiterin im Institut für Geschichte der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg und arbeitet derzeit an einem Projekt zur Problematisierung von Verkehr im Kontext von Ordnungsdenken und social engineering im Europa des 20. Jahrhunderts. Weitere Arbeitsschwerpunkte sind Theorien und Methoden der Geschichtswissenschaft sowie Fragen von Zeitlichkeit.

Bitte zitieren Sie nach der pdf-Version.
Wir schlagen folgende Zitation vor: Kuchenbuch, David / Luks, Timo / Schlimm, Anette (2008): Rezensionsforum Spatial Turn. Das Raumparadigma in den Kultur- und Sozialwissenschaften, in: fastforeword 2–08, S. 20-30.